Zimmerpflanzen entgiften Wohnräume

Wohnräume entgiften mit Zimmerpflanzen

Bei der Entstehung von Umwelterkrankungen spielt das Problem der Innenraumbelastung mit Luftschadstoffen heute eine bedeutende Rolle.

Viele Menschen verbringen heute 80 bis 90% des Tages in geschlossenen Räumen. Dabei werden an einem Tag bis zu 20 Kubikmeter Luft eingeatmet. Daher spielen eine möglichst unbelastete und klimatisch behagliche Innenraumluft für das Wohlbefinden und die Gesundheit eine entscheidende Rolle. Durch die neuartigen Baustoffe und der großen Vielfalt an Haushalts- und Hobbyprodukten konnten eine große Anzahl an chemischen Substanzen nachgewiesen werden, die es früher nicht gab. Noch dazu wurden zur Einsparung von Heizenergie seit den 70er Jahren die Räume gegen die Außenluft besser gedämmt. Dadurch verringerte sich der Luftaustausch erheblich und die Konzentration der Schadstoffe erhöhte sich massiv. Die Belastung mit Toluol in privaten Innenräumen ist bis zu 50mal höher wie auf der Strasse, bei Formaldehyd bis zu 10mal. In der Gesamtheit kann die Innenraumluft um den Faktor 10 000 höher belastet sein als Stadtluft.

Was sind nun Quellen für eine Belastung?

In erster Linie Böden, Möbel, Büroelektronik wie Kopierer oder Drucker. Versiegelte Parkettböden können verschiedenste Lösungsmittel freisetzen. Büroelektronik verursacht eine erhöhte Staubbelastung, was zu einer Reizung von Augen, Nasen- und Rachenschleimhaut führen kann.

Pflanzen können die Lebensqualität durch Optimierung des Raumklimas erheblich verbessern. Sie filtern Schadstoffe aus der Raumluft, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und reduzieren Lärm. Die Eigenschaften sind je nach Pflanzen unterschiedlich. Pflanzen mit großen Blättern sind gute Luftbefeuchter, andere wiederum filtern Schadstoffe aus der Luft.

Besonders in der kalten Jahreszeit steigt das Infektionsrisiko an, weil die Luft in der Räumen durch das Heizen trockener wird und sich mehr Menschen in den angenehm warmen Räumen aufhalten. Ideal ist eine Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60%, im Winter kann diese auf 25% absinken. In trockener Kälte überleben Viren 2 bis 3mal so lange wie in feucht-warmer Luft. Außerdem trocknen die Schleimhäute bei geringer Luftfeuchtigkeit schneller aus, was den Angriff von Viren erleichtert.

Formaldehyd

Für Kopfschmerzen, Atemnot, Schwindel und Dauermüdigkeit können häufig flüchtige Chemikalien verantwortlich sein. An erster Stelle steht nach wie vor Formaldhyd.

Formaldehyd ist ein säuerlich-stechend riechendes Gas, das für die Herstellung von Kunststoffen verwendet wird. Als wässrige Lösung ist es ein Bindemittel für Pressplatten. In der Textilindustrie soll es Baumwolle knitterfrei machen. Weiters wird es als Konservierungsmittel in Teppichböden, Teppichklebern, Tapeten und Kosmetika verwendet. Seine Wirkung ist nachgewiesenermaßen allergieauslösend und kanzerogen.

Pflanzen, die Formaldehyd abbauen können, sind Echte Aloe, Grünlilie, Philodendron, Drachenbaum, Efeutute, Purpurtute, Chrysantheme oder Gerbera.

Kohlendioxid

Müdigkeit, Konzentrations-, Sehstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen oder Krämpfe können mit einem erhöhten Gehalt an Kohlendioxid in der Luft in Verbindung gebracht werden. Besonders Menschen mit Atemwegserkrankungen oder Lungenschwäche sind besonders gefährdet. Wichtig ist mehrmals täglich gut durchzulüften.

Pflanzen, die Kohlendioxid abbauen können, sind: Grünlilie, Efeutute oder auch Topferde.

VOC (Volatile organic compounds)

Neben Formaldehyd gibt es noch eine Vielzahl an flüchtigen organischen Verbindungen, die sich in der Raumluft anreichern können. Ein Überbegriff dafür ist VOC. Bei einer chronischen Einwirkung von z.B. Benzol konnte eine Knochenmarkdepression nachgewiesen werden. Außerdem ist es krebserregend und kann das ungeborene Kind schädigen.
Pflanzen, die VOC abbauen können, sind Efeu, Einblatt, Drachenbaum, Bogenhanf, Kolbenfaden oder Efeutute.

Trichlorethylen

Trichlorethylen ist eine farblose, leicht flüchtige Flüssigkeit mit einem süßlichen Duft. Verwendet wird es als Lösungsmittel oder zur Metallreinigung. Es reizt die Atemwege, Augen, Magen-Darm-Trakt, die Haut und ist krebserregend. Auch hier können Einblatt, Drachenbaum, Bogenhanf oder Efeu helfen.