Die Mistel

Die Mistel

Heilige Druidenpflanze mit moderner Heilwirkung

Allseits bekannt aus den Asterix-Comics, wo sie vom Druiden Miraculix mit einer goldenen Sichel von hohen Eichen geschnitten wird. Für die keltischen Druiden war die Mistel die heiligste aller Pflanzen. In ihrer Sprache heißt die Mistel „die alles Heilende“. Sie sahen sie als ein Zeichen der Götter an, welches den Menschen mitteilte, dass sie selbst im Baum anwesend seien. Für sie stand die Mistel für den Sieg des Lebens über den Tod. Aeneas musste, um in die Unterwelt zu gelangen, eine Eichenmistelzweig pflücken. Die Mistel öffnet die Unterwelt und ermöglicht die Rückkehr aus dem Hades.

Mistel

Die Verwendung der Mistel in der Heilkunde geht bis auf die vorchristlichen Hippokratiker zurück. Im Mittelalter gehörte sie zu den wichtigsten Heilpflanzen. Heute wird sie in der Behandlung von Bluthochdruck, bei Schwindel, entzündlichen Gelenkserkrankungen als Tee empfohlen. Wobei man die getrocknete Pflanze über Nacht kalt ansetzen sollte, danach abseihen, erwärmen und trinken. In Form von Spezialextrakten wird sie bei bestimmten Krebserkrankungen eingesetzt. In der komplementärmedizinischen Behandlung von Karzinomen spielt sie heute die wichtigste Rolle. Im mitteleuropäischen Raum lebt die Mistel auf mehr als hundert Bäumen, dreizehn davon werden bisher in der Krebstherapie verwendet. Neben der tumorhemmenden und tumorreduzierenden Wirkung sind auch zahlreiche Nachweise über Einflüsse auf das zelluläre und humorale Immunsystem gezeigt worden.

Mit deutlich mystischem Bezug ist die Mistel noch heute das Grün der englischen Weihnacht. Das Küssen unter dem Mistelzweig, den man über Türen aufhängt, ist wohl eines der bekanntesten abendländischen Rituale. Es heißt, Paare, die sich zu Weihnachten unter einem Mistelzweig küssen, bleiben für immer zusammen. Allerdings muss die Mistel nach keltischem Brauch mit einer goldenen Sichel abgeschnitten und nach dem Kuss innerhalb von 12 Tagen verbrannt werden.